Quälgeist Angst -
Du hast tausend Namen, hundert Gesichter
Und versteckst doch gekonnt Dein Antlitz.

Hass, Wut, Zorn sind Deine Gesellen,
Treu stehen Sie Dir zur Seite;
Verblenden die Menschen.

Unruhe, Hast und die Gier nach Ablenkung
Vernebeln des Menschen Sinne
-  Angst, dass ist dein Vorteil.

Verzweifelt sendet der Körper Signale,
Doch der Mensch spürt nur seine Schmerzen,
Generiert sich als Opfer, drückt sich vorm Kampf.

Er ist so mühsam dieser Krieg.
Jede Angst hat ihren Namen -
Nur wer den kennt, bricht ihre Macht.

Vom Thron ist sie – die eine unter vielen – gestürzt;
Doch besiegt noch lange nicht.
Immer noch trickst sie den Menschen aus.

Langsam nur zieht sie sich zurück; löst sich auf im Licht.
Der Mensch atmet tief -
Der Duft der Freiheit schmeckt süß.

Doch nun sitzt die nächste Angst auf dem Thron -
Unbemerkt vom Menschenkind,
Das sich in Illusionen wiegt.

Gott, habe Erbarmen mit Deinem Kind -
Öffne ihm Augen, Ohren, Herz und Verstand.
Es ist doch unbewusst geboren, weiß nicht um seine Schuld.

Hilf die Ängste zu besiegen, den Körper von seinen Schmerzen zu befreien.
Darf das nicht sein?
Dann lass mich bitte den Sinn begreifen.

 

Dorothee Nasemann, November 2005

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